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Caron - Nocturnes de Caron

Caron - Nocturnes


Nocturnes de Caron ist ein Duft aus dem Jahre 1981. Im Auftakt erwartet uns Orange, Rose und Neroli, die von einem Herzen aus Jasmin, Ylang-Ylang und Tuberose abgelöst werden. Vetiver, Moschus und Sandelholz bilden das Fundament dieses Duftes, der geheimnisvoll und sanft seine Trägerin umschmeichelt.


Als Ernest und sein Bruder Raoul Daltroff im Jahre 1903 den Laden „Caron“ in der Pariser Rue de la Paix eröffneten, hatten sie schon einen Versuch hinter sich, das kleine Parfumgeschäft „Emilia“ in der Rue Rossini. Über die Daltroffs ist nicht sonderlich viel bekannt, außer dass sie einer russisch-jüdischen Familie entstammten und Ernest als Weltenbummler sowohl zahlreiche Eindrücke von seinen Reisen in Europa und auch Süd- und Mittelamerika als auch seltene Ingredienzen mitgebracht hatte. Auch über eine spezielle Duftausbildung weiß man nichts, nur dass die Brüder den erlesenen Düften der Frau Mama ausgesetzt waren.


Schon 1906 stieß Félicie Wanpouille als kreativer Kopf hinzu und war zuerst hauptsächlich für die Gestaltung der Flakons und Verpackungen zuständig. Aber Wanpouille war viel mehr als das – sie war auch Ernest Daltroffs Partnerin und Muse. Im gleichen Jahr veröffentlichte Caron auch den ersten Duft, der größeren Erfolg haben sollte: „Chantecler“ - den endgültigen Durchbruch sollten sie allerdings mit „Narcisse Noir“ von 1911 haben, den Duft, den Gloria Swanson viel später im Hollywood-Film „Sunset Boulevard“ von 1950 in Händen hielt.


1939 musste Daltroff vor den deutschen Besatzern fliehen und kam über Kanada in die USA. Wanpouille führte das Geschäft in dieser Zeit weiter und arbeitete mit Daltroffs Assistenten, dem Parfumeur Michel Morsetti. So konnte Caron auch weiterhin Parfums herausgeben. Daltroff starb 1947 mit 80 Jahren, Wanpouille führte das Haus bis 1962 und starb 1967 mit 93 Jahren.


1998 ging Parfums Caron in den Besitz der Alès Gruppe über. Der derzeitige Hausparfumeur ist Richard Fraysse.


Herauszuheben aus der Vielzahl der Düfte ist natürlich das heute noch hergestellte „Narcisse Noir“, vor allem aber auch „Tabac Blonde“ von 1919. Dieser Duft war zur damaligen Zeit ebenso unerhört wie jene, denen er gewidmet war: den in der Öffentlichkeit rauchenden Frauen. Damit wurde der Duft zu einer Ikone der freien und selbstbewussten Frau. In die gleiche Kerbe schlug auch der Duft „En Avion“ von 1929, der den fliegenden Frauen zugeeignet war, zu einer Zeit als die ersten Transatlantikflüge möglich wurden und auch Frauen sich die Fliegerei eroberten.


Bei der Prominenz, vor allem der exzentrischen, waren Carons Düfte schon immer ein großer Erfolg. So trägt Karl Lagerfeld im Dezember keinen anderen Duft als „Nuit de Noël“, den Duft mit den animalischen „Mousse de Saxe“-Noten. Marlene Dietrich bevorzugte „Coup de Fouet“, den Peitschenhieb - „Poivre“ ist hier das Parfum-Äquivalent – ein Nelken-Pfeffer-Duft, den Caron 1954 veröffentlichte.

Mehr von Caron   |  Parfümeur: Gerard Lefort

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Caron - Nocturnes

Duftkomposition:

Kopfnote: Orange, Rose, Neroli

Herznote: Jasmin, Ylang-Ylang, Tuberose

Basisnote: Vetiver, Moschus, Sandelholz

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Caron - Nocturnes de Caron - Hier steht wieder einmal Parfumeurstradition dahinter. Ein runder Duft, stimmig, eine Wohltat für die Nase, weil nichts umschwenkt in's bissige Lager, das die Nase quält.

Der Auftakt der Aldehyde, den ich sehr mag, wechselt mit frischen Grasnoten zart ab, gepuffert von den Orangenfrüchten, damit es nicht all zu grün wird. Das ist schon gekonnt. Doch es geht weiter.
Die Blumen der Herznote ergänzen sich vorbildlich, nur mit hartnäckigem Schnuppern erkennt man einzelne wieder: die volle Rose, die pudrige Iris und ab und zu ein frisches Maiglöckchen. Einfach schön, eigen trotz allem, aber stimmig.

Alles wird ergänzt durch eine wohlig weiche Basis, die zwar von den Zutaten schon fast erschreckend wirkt, doch keine Bange. Benzoe bändigt alle Beteiligten und hält sie zusammen. Vetiver gibt einen kleinen Kick (wirklich nur ganz klein). Damit die Vanille nicht zu übermütig wird, wurde sie hier nur tröpfchenweise beigemischt.

Die Carons sind schon besonders und besonders gut.
 
(Dagmar Glass, 29.04.10)

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