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Humiecki & Graef

Humiecki & Graef

Avantgarde und Tradition vereint: Humiecki & Graef

Uremotionen – das Konzept.

Alle Düfte von Humiecki & Graef sind menschlichen Grundgefühlen gewidmet, Uremotionen. Denn: Düfte sind viel mehr als bloße Parfums – Düfte sind wie Gefühle. Sie erzählen Geschichten, vermitteln Emotionen.

So zumindest sehen dies Sebastian Fischenich und Tobias Müksch, die beiden in Köln ansässigen Kommunikationsdesigner und kreativen Köpfe hinter Humiecki & Graef. Beide waren bereits für etliche internationale Mode- und Kosmetiklabels wie zum Beispiel Clarins, Lancaster, Lacroix, IFF und andere tätig, bevor sie dann in Mükschs Kölner Agentur Bel epok, in der Fischenich als Creative Director anheuerte, aufeinandertrafen und 2007 ihr Label Humiecki & Graef ins Leben riefen.

Als Gegenpol zu einer immer komplexer und komplizierter werdenden Welt stellt ihre Duftkollektion eine Reduktion dar: Jeder Duft, reduziert auf ein zugrundeliegendes Gefühl, eine menschliche Grundverfassung, eine Verfasstheit des Seins. Und: Insofern, durch diesen Fokus, auch: Eine Intensivierung.

Ahnen – die Hommage.

Fischenich und Müksch wollen mit ihren Düften das Leben reflektieren, Erinnerungen wecken – Erinnerungen an besondere Augenblicke, an Geschichten und Gefühle.

So ist es nur folgerichtig, daß ihr Konzept nicht nur durchdrungen ist von ihrer Idee, sondern auch von einem persönlichen Stück Geschichte der beiden: Das Label stellt eine Hommage an ihre Großmütter Helena Humiecka z Humicina und Katharina Graef dar, deren Namen es auch trägt.

Fischenich und Müksch eint nämlich eine tiefe innige Beziehung zu den bereits verstorbenen Damen. Nicht nur, dass diese deren Duftbiografien prägten – so erinnert sich beispielsweise Fischenich deutlich an die Gerüche im großmütterlichen Garten. Darüberhinaus waren die beiden für ihre Zeit sehr fortschrittlichen und selbständigen Frauen für ihre Enkel ein Quell der Liebe und Zuneigung, der Sicherheit und des Wissens, was Fischenich und Müksch nach eigenem Bekunden zu Selbstbewusstsein, einem positiven Glauben an die Zukunft sowie der Courage, das eigene Leben anzupacken verhalf. Insofern zollt die Duftkollektion diesen beiden bemerkenswerten Damen und deren ereignisreichen Leben Tribut.

Ästhetik und Inhalt – die Düfte.

Für die olfaktorische Umsetzung ihrer Idee(n) konnten Fischenich und Müksch niemand geringeres gewinnen als Christophe Laudamiel. Laudamiel gilt als eine der visionärsten Nasen in der Branche, ist ein Enfant Terrible im Bereich der zeitgenössischen Parfumeurskunst. Der Exzentriker hat ohnehin ein Herz für Ungewöhnliches, kreierte bereits die Düfte für Mugler zu der Verfilmung von Süskinds „Das Parfum“ - insofern war das Projekt Humiecki & Graef für ihn ebenfalls eine willkommene Herausforderung: Im Gegensatz zu normalen Vorgaben, die er im Rahmen seiner Arbeit als IFF-Parfumeur gewohnt sein dürfte, brieften ihn Fischenich und Müksch vor allem mündlich und mithilfe von Bildern und Collagen, um exakt die Stimmungen und Emotionen einzufangen, die die Düfte hernach präsentieren sollten.

Laudamiel ließ sich mit Herz, Hirn, Haut und Haaren auf das Projekt ein und entwarf für die Düfte etwas ganz Besonderes: Im Gegensatz zur klassischen Pyramidenstruktur mit dementsprechendem Duftverlauf – angefangen von der schnell verfliegenden Kopfnote über die Herznote bis zur den Duft tragenden Basisnote – sind die Düfte von einem architektonisch einem Stern nachempfundenen Duftaufbau geprägt. Dieser soll es den Einzelnoten ermöglichen, sich differenziert zu entwickeln um dem Duft einen harmonischen Verlauf zu verschaffen, in welchem einzelne Ingredienzen nicht in der Masse untergehen. Darüberhinaus greift dieser neuartige Aufbau wiederum das Motiv der Düfte, die Uremotionen, auf und unterstreicht mit seiner Beschaffenheit deren Komplexität.

Ein besonderes Augenmerk ist auch auf die Verpackung der Düfte zu richten: Nachdem Skarb, der erste Duft der Kollektion, ursprünglich noch in einer anderen Aufmachung auf den Markt kam, erlebte dieser sehr bald ein Relaunch und wurde dem Design der vier anderen Düfte angeglichen. Der Flakon dient, wie in der Broschüre zu den Düften zu lesen ist, als „reliquary“ für die Düfte und die olfaktorisch umgesetzten Emotionen, für die selbige stehen. Ein Reliquienschrein also sollen sie sein, die Flakons. Nicht nur Kunst sondern auch Medium, Medium für den Inhalt. Insofern präsentieren sie sich „reduced to the max“, reduziert auf das Wesentlich-Wenigste, um umso mehr Platz und Transparenz für den Inhalt zu schaffen. „Cubism in a bottle“, wie man sich selbst bescheinigt. Als einziges Unterscheidungsmerkmal zwischen den fünfen dienen die jeweils individuell angepassten Verschlusskappen sowie die Namensbänder. Letztere sind passend angelehnt an die cedulae, Stoffbänder mit dem Namen des entsprechenden Heiligen, die in Reliquienschreinen im Mittelalter drapiert wurden. Nochmals die Ambivalenz und die Differenz der Düfte aufgreifend und betonend, werden sowohl Verschlusskappen als auch die Bänder aus komplett unterschiedlichen Materialien hergestellt – erstere in verschiedenen Manufakturen rund um den Globus und letztere in Italien in den Fabriken, in denen diverse italienische Top-Labels wie zum Beispiel Prada und Louis Vuitton ihre Accessoires fertigen lassen.

Humiecki & Graef ist etwas ganz Besonderes: Hier vereinigen sich Inhalt und Form, Essenz und Existenz, Idee und Ausdruck in ganz bemerkenswerter Art und Weise: Das fertige Produkt ist in höchstem Maße durchdrungen von Intellektualität, Ästhetik, philosophischer Aussagekraft und Herzblut. Und gleichzeitig ist ein Spagat geschafft und geschaffen: Zwischen Avantgarde und traditioneller handwerklicher Parfumeurskunst.

Wir ziehen unseren Hut.

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