Jean Desprez
Geschliffene Duftskulpturen – Jean Desprez
Jean Desprez wurde 1898 als Spross einer Parfumeurdynastie geboren. Sein Urgroßvater Felix Millot hatte das Parfumhaus „F. Millot“ gegründet, der Vater Henri Desprez führte es weiter. Jean Desprez selbst brachte hier 1925 seinen berühmten „Crêpe de Chine“ heraus, nachdem er mit nur 24 Jahren Chefparfumeur des Familienunternehmens geworden war. Desprez ging bei der Parfumlegende Marius Reboul in die Lehre als dieser für Givaudan arbeitete.
Auch Desprez' Hochzeit stand unter dem Zeichen des Duftes: 1931 heiratete er die in Frankreich geborene, aber in New York lebende Hutmacherin Liliy Daché, welche selbst schon die Düfte „Dashing“ und „Drifting“ herausgebracht hatte. Als 1936 schließlich der Vater Henri starb, gründete Jean Desprez sein eigenes Geschäft im 8. Arrondissement in der Rue de la Paix 17.
Jean Desprez hatte höchste Ansprüche – an seine Düfte sowie auch an die äußere Gestaltung seiner Produkte. Deshalb engagierte er den Künstler Paul Mergier und den Bildhauer Leon Leyritz. Mergier sollte die Verpackung, Leyritz die Flakons ausarbeiten. Das Ergebnis war atemberaubend: Der Duft „Grande Dame“ wurde 1939 in Sèvres-Porzellan auf den Markt gebracht, „Votre Main“ und „Etourdissant“ in aufsehenerregend geschnittenem Baccarat-Kristall.
Den bekanntesten Duft brachte Desprez 1962 mit „Bal à Versailles“ heraus, der heute als legendärer Klassiker gilt und nach wie vor seine Liebhaber findet. Für diesen verwendete er mehr als 300 Ingredienzen. Gerüchten zufolge soll dieser Duft Michael Jacksons Lieblingsparfum gewesen sein.
© Aus Liebe zum Duft (hb)
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