Bruno Acampora und seine Essenzen
Eine Verbindung zwischen Handschuh- und Duftmanufaktur findet sich schon in Geschichtsbüchern beschrieben. Die Wiege dieser Kunst liegt in Grasse, zu jener Zeit die französische Residenz Caterina de Medicis. Moschus, Civet und graue Ambra sowie die duftenden Kräuter der umliegenden Hügel wurden dafür verwendet. Leider exekutierte die französische Revolution nicht nur viele Edelmänner, sondern auch jeglichen Luxus. So kamen beduftete Handschuhe aus der Mode, sie wurden schlicht unnötig! Doch schon weniger als zwei Jahrhunderte später feierten Handschuhe und Parfum mit der Hilfe von Bruno Acampora, einem großen Parfum-Verehrer, eine Wiederauferstehung!
Er stammt in der dritten Generation aus einer der ältesten Familien Neapels, die seit jeher Handschuhe herstellte und deren Geschichte sich bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Nach der Umgestaltung des Familienunternehmens in eine Reihe von Boutiquen, die in den sechziger Jahren dank des internationalen Jet-Sets schnell bekannt wurden, begann Bruno Acampora, abseits der Trends der Parfumidustrie exquisite Düfte zu kreieren. Er suchte aus den seltensten Ingredienzien die Wertvollsten aus und erschuf daraus sieben einzigartige Meisterstücke:
MUSC und IRANZOL, (die beiden ersten) BLU, JASMIN, SBALLO, PRIMA-T und SEPLASIA, (das frischeste und modernste)
Diese Düfte haben die letzten vierzig Jahre unverändert überstanden und werden noch immer in den originalen Aluminiumflakons verkauft. Aluminium, weil Parfumeure in ihren Labors darin ihre Essenzen konservieren.
"Neunundneunzig Prozent aller Dufthersteller verkaufen ihre Düfte verdünnt mit Ethanol in Glasflakons, wir jedoch bevorzugen es, unsere Kunden unverdünnt genießen zu lassen, was sich in den Aluminiumflakons befindet." Laut Brunello Acampora, Sohn des Createurs und Leiter des Unternehmens, ist jeder, der sich für einen seiner Düfte entscheidet, ein Connaisseur, der mehr Wert auf den Inhalt als auf Verpackung und Label legt. Brunello Acampora hat sein Leben den Parfums verschrieben. Obwohl er inzwischen unter dem Namen "Victory Design" eine der führenden Marken im italienischen Yacht-Design gegründet hat, denkt er nicht daran, die Schaffung exklusiver Düfte aufzugeben. Auf die Frage, was Yachten und Parfums gemeinsam haben, antwortet er: "Sie gehören beide zu den essenziellen Dingen des guten Lebens."
Als er offiziell in Acampora Profumi eintrat, überließ ihm sein Vater sein gesamtes wertvolles Wissen über die Parfum-Manufaktur. Es war eine Art alchemistisches Ritual, das die Verbundenheit der Familie zu ihren Parfums dokumentiert. "Ich entschloss mich, die Firma zu übernehmen, als mein Vater und ich das Angebot eines multinationalen Konzerns ausschlugen, die Firma und die Marke aufzukaufen. Wir wollten unsere Parfums nicht vom Markt verschwinden oder in Massen von der Industrie produziert sehen, denn das hätte ihr Wesen ruiniert. Uns genügt weltweite Anerkennung!"
So gesehen haben Marketing und Kommerz nicht immer die beste Nase...
|