Tatsache: Die Damen und Herren von L'Artisan scheinen unfähig zu sein, einen Duft zu creieren, der mir NICHT gefiele - doch diesem hier war ich auf den ersten Sniff verfallen.
Dabei ist es in diesem ersten Moment gar nicht der Amber, der mir die Stiefel ausgezogen hat, obwohl Amber in allen Variationen für mich ein Reizwort im besten Sinne ist.
Nein - lichte, grüne, minzige Nuancen erheben sich aus dem feuchten Fleck auf meiner Haut und ich rätsele noch nach dem x-ten Tragen, ob dies nun wirklich die in der Kopfnote erwähnte Geranie sein soll oder ob man uns da nicht womöglich wieder die eine oder andere Zutat unterschlagen hat.
Lange hält diese grüne Frische jedoch nicht an; bald schon setzt sich der Namensgeber durch und sorgt immer wieder für Überraschung, denn anders als in den meisten (mir bekannten) Amber-Düften haben wir es hier nicht mit einem fluffigen, süßen, mitunter leicht klebrigen und kompromißlos femininen Kuschelamber zu tun.
Dieser Amber hat Ecken und Kanten, ist herb und tiefgründig, ernst und ein wenig streng sogar.
Ein zahmes Hauskätzchen ist das sicherlich nicht, eher schon ein halbwildes Raubtier, dessen seidiges Fell nicht über die messerscharfen Krallen hinwegtäuschen kann.
Träte nicht die Vanille mit ihrer beschwichtigenden Süße hinzu, hätte "L'Eau d'Ambre" das Zeug zu einem reinrassigen Herrenduft - so aber dürften sich Männlein wie Weiblein über viele Stunden hinweg daran erfreuen, sowohl auf der eigenen Haut als auch am hautnahen Gegenüber.
Very sexy!
(Winny, 12.01.12)
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