Pfeffer und gleichzeitig eine leichte Süße, so empfängt mich PdL.
Es duftet holzig, wie ein älteres Buch, bei dem man die Seiten schnell umblättert. Getrocknete Iris liegt zwischen den Seiten – gepresst als Erinnerung? Die Trockenheit lässt hoffentlich die Seiten nicht zerbröseln. Viel später, als es die Pyramide ankündigt, zeigt sich mir die Rose zart im Hintergrund.
Ich bin begeistert von dieser Würze mit leichter Süsse.
Glasperlen zieren den Rand des Flakons, der einen Kaktus darstellen soll.
Aber Stacheln zeigen sich mir nicht, allenfalls Kanten, die einem Chypre gerecht werden.
Der Duft hält viele Stunden, die Sillage ist opulent.
In Perles de lalique fügen sich einige wenige Komponenten zu einem Ganzen, dass im sprichwörtlichen Sinn deutlich mehr ist, als die Summe seiner Teile...! Dieses "Mehr" erscheint eben nicht als Verdichtung, als Anhäufung oder Summierung der zweifellos wertvollen Ingedienzien, sondern vielmehr als Essentialisierung und Reduktion auf das Wesentliche: den einen, neuen Duft, zu dem alle vorhandenen Komponenten zusamenfließen sollen.
In Perles d.L. begegnet mir ein solchermaßen "neuer" Duft, der sich nicht durch seine einzelnen Bestandteile oder den Duftverlauf beschreiben lässt... Rose, Pfeffer und Iris sind zwar wahrnehmbar, verraten aber nicht, was den Duft, der sie verbindet, tatsächöich ausmacht - das Geheimnis des Ganzen bleibt zwar erfahrbar, nicht jedoch begreifbar...
...kräftige Zerbrechlichkeit und schillernde Androgynität...eine ebenso distanzierte wie durchdringende Berührung...körperlich präsent und zugleich entrückt...
Bei all dem ist die Sillage dieses scheinbar "feinen" Dufthauches ausgesprochen kräftig, ohne aufdringlich zu sein und die Haltbarkeit ist enorm!
(Smella (parfumo))
(Smella, 12.09.12)
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