Lisa Kirk - Revolution
Wie riecht Revolution? Diese Frage stellte sich die New Yorker Künstlerin Lisa Kirk – und befragte dazu Journalisten, Aktivisten, Fundamentalisten, Radikale und Rebellen. Menschen, die am Puls des Geschehens arbeiten, leben, kämpfen. Heraus kam eine olfaktorische Vision der Revolution, ein geruchliche Interpretation und somit ein Stück Konzeptkunst, das in seinem Geburtsjahr 2008 ausschließlich in streng limitierten, aus Platin, Gold oder Silber gefertigten Nachbildungen von Rohrbomben verkauft wurde.
Revolution Pipe Bomb sorgte kräftig für Furore – Preise von 4.000 bis 50.000 Dollar sorgten allerdings dafür, dass der revolutionäre Duft den meisten vorenthalten blieb. Ulrich Lang, der bereits den Kontakt zwischen Lisa Kirk und der Parfumeurin des Duftes, Patricia Choux, hergestellt hatte, intervenierte: Ihm gelang es dankenswerter Weise, die Künstlerin davon zu überzeugen, den Originalduft in anderer Umverpackung einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Für diese Edition wählte Kirk extra eine schlichte Laborflasche, die es allerdings in sich hat - und die, nebenbei bemerkt, mit ihrer Form an einen Miniatur-Molotow-Cocktail erinnert.
Nun ist die Revolution also massentauglich. Ist der Duft aber auch massenkompatibel? Rauch, Benzin, verbrannter Gummi, Blut und Tränengas galt es umzusetzen – das waren die grundlegenden Assoziationen. Choux zaubert daraus einen eigenständigen und kantigen Duft, markant, aber tragbar, durchaus. Eine Zibetexplosion, maskulin und leicht animalisch, von würzig-salzigen Noten unterstrichen und kontrastiert von metallischen Anklängen, auf einem kühlen Lederlager ruhend, das von rauchigen Akzenten abgerundet wird.
Kein Duft für jedermann. Aber ein Duft für Visionäre, für moderne Rebellen, den vielbeschworenen Businesspunk. Wie liest es sich in Nietzsches Zarathustra so schön? „Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.“
In diesem Sinne: Viva la revolución!
Hier gelangen Sie zu dem eigens zu dem Duft erstellten Kurzfilm.