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Lorenzo Villoresi - Dilmun

Lorenzo Villoresi - Dilmun


Dilmun von Lorenzo Villoresi ist eine nach dem Paradies der alten Völker Mesopotamiens benannte Mischung aus Zitrusessenzen, Blüten, Weihrauch, Lorbeer, Harzen und Edelhölzern. Mesopotamien heißt das Land zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris, von denen die Bibel erzählt, sie würden im Paradies entspringen. Neben dem Alten Ägypten war Mesopotamien die zweite Quelle, aus der über die Griechen und Römer das Wissen der damaligen Zeit zu uns gelangte und unsere Zivilisation prägte.


Über den Dächern von Florenz komponiert der Philosoph und Parfumeur Lorenzo Villoresi seine Düfte. Diese sind für ihn eine Welt der Fantasie und Exotik, der Sinnlichkeit und Kunst des Verlangens. Auf Wunsch komponiert er für seine Kunden Düfte nach Maß. Die Frau des Musikers Sting, Cherie Blair, Gattin des britischen Premiers und Filmregisseur Ridley Scott waren im Laufe der letzten Jahre in seiner Dachstube mit Logenblick auf den Arno und die Renaissancekuppeln von Florenz und erhielten eine charaktergerechte Duftkreation des Duftschöpfers. „Schließlich setzt der Mensch mit seinem Parfum ein Zeichen seiner Existenz“ meint Villoresi, versunken in die weichen Polster seines mit Antiquitäten ausstaffierten Arbeitszimmers. So tief die Gerüche in die Sphäre der Sinnlichkeit und der Erinnerungen eingebunden sind, so eng und emotional ist die Beziehung zum eigenen Geruch.


„Der Duft ist ein Signal unseres Wesen.“ Ich dufte, also bin ich - Villoresis ureigene Interpretation von Descartes.


Florenz verfügt schon seit langem über eine einmalige Tradition als Duftstadt. In der Renaissance, als die reiche Handels- und Finanzkapitale Nabel der Kulturwelt war, stand am Arno auch die Wiege der modernen Parfumherstellung. Erst Caterina de' Medici trug die in großer Blüte stehende Kunst nach Paris, als sie an den französischen Hof übersiedelte und ihren persönlich Parfumeur mitnahm.


Villoresi belebt die alte Florentiner Tradition neu. „Der Standort ist für uns sehr wichtig“ sagt seine Frau Ludovica, eine klassische Renaissance-Schönheit warmherziger Natur. Die Vielfalt dieses hochwertigen toskanischen Kunsthandwerks charakterisiert das Villoresi -Sortiment.


Verwahrt werden die kostbaren Parfums in kobaltblauen Kristallflakons wie in einem Schrein. Für die internationalen Luxuskonzerne sind exklusive Dufthäuser wie Villoresi zur attraktiven Beute geworden, doch der Florentiner Literatensohn fasziniert seine anspruchsvolle Kundschaft lieber weiter selbst mit Kreationen wie zum Beispiel Dilmun, einer nach dem Paradies der alten Völker Mesopotamiens benannten Mischung aus Zitrusessenzen, Blüten, Weihrauch, Lorbeer, Harzen und Edelhölzern.


„Die Welt des Parfums“, so das Credo Villoresis, „ist ein Universum ohne Grenzen“.

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Lorenzo Villoresi - Dilmun

Duftkomposition:

Kopfnote: Zitrische Noten, Rose, Jasmin, Orangenblüte, Blattgrün, Neroli

Herznote: Petitgrain, Neroli, Orangenblüte, Lorbeer, Opoponax, Weihrauch

Basisnote: Florale Noten, Elemiharz, Vanille, Zedernholz, Sandelholz

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Oooooh de Cologne!
Muß man verrückt sein, um an einem diesigen Novembertag, dessen Temperaturen nicht sehr weit über den Gefrierpunkt hinausgehen, diesen so eindeutig als Sommerkandidaten deklarierten Duft zu tragen?
Vielleicht bin ich durch den in diesem Jahr ausgefallenen Sommer geschädigt, vielleicht habe ich in der letzten Woche noch einen verspäteten Sonnenstich bekommen, vielleicht war's aber auch einfach der Wunsch, diesem Wetter einen Kontrapunkt entgegenzusetzen - in jedem Fall führte heute kein Weg an Dilmun vorbei und tatsächlich hat dieses Nerolibömbchen zumindest in meinem Herzen die Sonne scheinen lassen.
Wohl wahr - man muß ein klassisches Eau de Cologne schon mögen, um mit diesem Duft grundsätzlich etwas anfangen zu können. Und man sollte auch nicht gerade ein Omi-4711-Trauma pflegen.
Dilmun beschreitet ganz eindeutig die konventionelle Cologne-Richtung, ist aber wesentlich komplexer als die dort so oft anzutreffenden erfrischend-anregenden, aber doch ein wenig einspurigen Duftwässerchen.
Den Auftakt bildet eine kleine Neroli-Explosion, der wir die genannten 4711-Assoziationen zu verdanken haben - doch wessen Näschen sich nun nicht rümpft, sondern ein wenig Geduld aufweist, wird belohnt von trocken-unsüßen Komponenten, die sich sehr bald mit allerlei grünen Bändern ins allzu Fruchtig-Frische einweben und den Duft vom ursprünglichen Weg abbringen in eine erstaunlich warme, skinnige, floral-grüne Gegend.
Auch wenn die Zitrusnoten zumindest auf meiner Haut im gesamten Duftverlauf erhalten bleiben, spielen sie nur ganz kurze Zeit die erste Geige und fügen sich alsbald harmonisch ein in das olfaktorische Orchester, dessen Beteiligte ich nicht in jedem Fall eindeutig identifizieren kann, nicht einmal anhand der angegebenen Duftnoten, die aber alle miteinander die Komposition zu einem Villoresi-typischen Gesamtkunstwerk machen.
Und deshalb lasse ich mich, wenn's denn sein muß, jetzt auch bereitwillig in eine Zwangsjacke stecken - Hauptsache, Dilmun darf mit!
 
(Winny, 10.11.11)

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