Roméa d'Améor - Les Impératrices Japonaises
Die Kaiserinnen Japans
Wir schreiben das Jahr 594. Schauplatz ist Asuka, die damalige Hauptstadt Japans. Regentin ist Kaiserin Suiko, die Tochter Kimmeis, 33. Kaiserin Japans und die erste Frau in dieser Position. Suiko wird nachgesagt, nicht nur eine sehr intelligente Frau gewesen zu sein, überdies muß sie schön, anmutig und voller Eleganz gewesen sein.
Suiko bewirkt im Rahmen ihrer Regierungszeit einiges: So verfügt sie 594 per kaiserlichem Erlass, daß der Buddhismus fortan die Staatsreligion sei, was wesentlich zur Verbreitung dieser Religion beiträgt. Darüberhinaus führt sie zusammen mit Prinz Umayado, den sie zum Regenten ernannte, ein Beamtensystem sowie eine Verfassung ein und sorgte mit dem regelmäßigen Entsenden von Studenten und Mönchen nach China für kulturellen und politischen Austausch.
Bei all diesen Staatsgeschäften bleibt Suiko kaum noch Zeit, erst recht nicht für die kontemplative Betrachtung ihrer so sehr geliebten Gärten, auf welchen sie allmorgendlich mit ihrem Blicke zu verweilen pflegte. Glücklichweise erfährt sie eines Tages durch einen engen Berater, daß, gemäß der buddhistischen Tradition, sechs Charakterista ausschlaggebend sind für Geschmack und Geruch, diese definieren: süß, salzig, sauer, bitter, scharf und herb. Diese Information inspirierte Suiko in dem Wunsch, all die einzigartigen Düfte ihres Gartens voller seltener Plfanzen in einem Parfum vereint zu haben.
Nach etlichen fruchtlosen Versuchen und neuerlichen Anläufen ward das Vorhaben endlich erfolgsgekrönt: Suikos Parfumeur schuf ihr einen Duft, der nicht nur alle ihre Erinnerungen an ihren Garten vereinte, sondern auch ihrer Eleganz, Würde und Intelligenz gerecht wurde. Samtige Iris und deren Wurzel, erdig und pudrig zugleich, begleitet von Freesie und Rose sowie zart-seidigem Veilchen. Heliotrop verstärkt das pudrige Herz und die Basis umschmeichelt mit warmem Sandelholz, Tonkabohne, Vanille und Moschus, während Teak und Vetiver holzige Akzentuierung verschaffen.
Fortan trug Suiko der Legende nach ihren Duft täglich, der selbst nach ihrem Ableben weiter getragen wurde von den weiblichen Angehörigen des Herrschergeschlechts. Und – fürwahr: Dieser Duft, ein Irisstillleben, ist ein Duft für Herrscherinnen. Elegant und überlegen, aber gleichzeitig dermaßen feminin, warm und sinnlich – wir zählen uns gerne sogleich zu seinem Gefolge.