Roméa d'Améor - Les Souveraines d'Egypte
Die Herrscherinnen Ägyptens
Ort des Geschehens ist Ägypten im Jahre 1346 vor Christus, 18. Dynastie. Die Zeit der Herrschaft Amenophis' des IV., Echnaton genannt, und Nofretetes, seiner legendären Frau ist in ihrem Zenit angekommen: Echnaton hat den Sonnengott Aton zum Hauptgott ernannt, als dessen einzige Repräsentanten auf Erden er und seine Gemahlin gelten – ein Versuch, mittels des Monotheismus der Priesterkaste Macht zu entziehen, erfolgsgekrönt. Auf dem Höhepunkt ihrer Macht schufen Echnaton und Nofretete gerade eine neue Hauptstadt, Achet-Aton, nördlich von Theben – der aufstrebende neue Mittelpunkt des Reiches, weit weg vom abnehmenden Einfluß der Amun-Priester.
Das Herrscherpaar plant gerade um den Handel mit den Nachbarländern zu intensivieren mit einigen Handelsvertretern einen Ausflug ins fruchtbare Niltal, das mitnichten lediglich die Kornkammer des Landes darstellt. Vielmehr symbolisiert die prächtige Flora Ägypten selbst auf seinem Höhepunkt – wunderschön, üppig und vielfältig. Nofretete wohnt das Verlangen inne, ihren fremden Besuchern einen einmaligen und unvergesslichen Eindruck ihres Landes zu vermitteln und so läßt sie sich von einer Parfumeurin ein Parfum herstellen, das die Besucher noch mehr blenden soll als ihre Schönheit, für die sie bekannt war...
Ihr Duft versetzt die Gäste nachhaltig in Verzückung, und nicht nur jene, zeigt sich ohnehin das Reich bereits betört von seiner Herrscherin die, Thesen zufolge, vielleicht gar nach dem Tode ihres Mannes Ägypten alleine weiterregiert haben soll: Die Reichhaltigkeit der Natur einfangend in ihrer opulenten Pracht und Exotik zeigt sich das Parfum in seinen Kopfnoten geprägt von Früchten wie Melone, Passionsfrucht und Litschi, welche eine Liaison mit der warmen Süße von Kokos, Heliotrop, Ambra und Vanille eingehen. Im Verlauf des Duftes potenziert sich diese Seite, verstärkt durch balsamische Akzente und Moschus. Darüberhinaus bieten sich etliche Blumen dar, die das Herz des Duftes für sich einnehmen: Jasmin und Magnolie sowie Rose und Iris machen ihre Aufwartung, immer in Begleitung der ambrierten Glut.
Jahrtausende später, im Jahre 1912, wird in Tell el-Amarna, der Ruinenstadt, die früher auf den Namen Achet-Aton hörte, von dem Deutschen Borchardt die Büste einer Frau gefunden, die aufgrund ihrer unvergleichlichen Schönheit diesselbe bald weltberühmt werden läßt: Nofretetes Büste. Und, wie man hört, verströmte die Büste ebenfalls einen ganz besonderen Duft...