Comme des Garçons - Odeur 53

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Comme des Garçons - Odeur 53

1998 ging Comme des Garçons einen neuen Weg, weitab des Trends, natürliche Ingredienzen zur Herstellung neuer Düfte zu verwenden. Comme des Garçons machte es sich zur Aufgabe, einen ultramodernen Duft voller künstlicher Essenzen und olfaktorischer Schnappschüsse aus dem hektischen Stadtleben zu kreieren.

Ein revolutionäres Duftkonzept, das eine neuartige Technologie benutzt – 95% der Inhaltsstoffe bestehen aus nicht-organischen Essenzen. Aus der Luft und aus dem Wasser, Gerüche, die niemals zuvor in einem Duft benutzt und speziell für Comme des Garçons erfunden wurden. Gerüche, ohne einen präzisen Namen – sondern abstrakten Ideen und chemische Formeln. „Odeur 53“ besteht aus 53 Komponenten.

Es beginnt mit einem Gefühl, einer Erinnerung, der Zukunft, dem Weltall, der Luft.

Ein Duft ist inspiriert von:
… der Frische des Sauerstoffes … der reinen Luft des Hochgebirges … Dünensand … dem Geruch von Zellmaterial … Metallblitz … der Energie des Feuers … ultimativer Kernschmelzung … Wäsche, die an der Luft trocknet … der Intensität der Kohle … glühendem Stein.

Comme des Garçons
Es sind oft die unkonventionellen Lebensläufe, welche die Richtung für wahre Innovation weisen. Dies gilt insbesondere für die japanische Designerin Rei Kawakubo – la femme hinter Commes des Garçons. Nach einem Studium der Philosophie, Kunst und Literatur im heimischen Tokyo arbeitete sie zuerst als Werberin für einen Chemiekonzern. Später machte sie sich als freie Stylistin selbstständig, womit sie im traditionellen Japan der 1970er Jahre einen Tabubruch – und damit nicht ihren letzten – beging. 1973 gründete sie schließlich ihr heute legendäres Modelabel Commes des Garçons.

1981 schockierte Rei Kawakubo die Pariser Modewelt mit einer Frauenkollektion. „Postatomarer Fetzen-Look“, „Hiroshima-Chic“ und „Quasimodo-Style“ waren die drastischen Urteile der Kritiker über eine „Ästhetik der Armut“, die mit ihren dunklen Farben, Löchern, unförmigen Schnitten gegen jedes gängige Schönheitsideal aufbegehrte – und genau das sollte sie ja auch.

Die Idee des Flagship-Stores, der durch seine architektonische Konzeption zum Design der Mode beiträgt, diese nicht nur präsentiert, sondern auch ergänzt und unterstreicht, geht ebenso auf Kawakubo zurück wie die der Guerilla-Stores. Auch mit diesen erregte sie großes Aufsehen: Die Läden öffnen nur für ein Jahr und werden, ganz gleich wie sie laufen, danach wieder geschlossen. „Zuschlagen und verschwinden“ ist dabei die Idee hinter den minimalistisch eingerichteten Geschäften. Trotz aller Rebellion gegen Konventionen kooperierte sie aber auch z. B. mit H&M, Lacoste und Levi's und entwarf für Louis Vuitton eine Taschenkollektion.

1994 erschien ihr erstes Parfum mit dem schlichten Titel „Commes des Garçons“, dem eine ganze Reihe anderer Düfte folgten: Zumeist in Serien gegliedert widmen diese sich meist einer speziellen Thematik und sind somit oft als Konzeptdüfte, als duftende Kunst zu begreifen. Dafür arbeitet Kawakubo seit jeher mit den besten Nasen der Branche zusammen wie zum Beispiel mit Mark Buxton und Bertrand Duchaufour.
© Aus Liebe zum Duft (hb)

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