Comme des Garçons - Series 2: Red - Palisander

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Vasnier, Yann

Comme des Garçons - Series 2: Red - Palisander

„Palisander“ vereint holzige Noten mit würziger Schärfe. Die Assoziation mit der Farbe Rot ist hier wohl mehr den feurigen Chilischoten geschuldet, die dem Duft bereits im Auftakt ordentlich einheizen, denn dem holzigen Namensgeber.

So präsentiert sich der Auftakt bereits holzig-holzig-holzig, akzentuiert durch wärmende Chili, die beinahe fruchtige Aspekte offenbart und würzigen Safran, der das Feuer der Peperoni dank seiner salzig-skinnigen Eigenschaften im Zaum hält. Im weiteren Verlauf bleibt der Duft seinem Namen und den damit verbunden Vorgaben treu: das Holz der Viriginia-Zeder gesellt sich in die illustre Runde, begleitet von balsamisch-süßer Myrrhe, die den Duft in ein würzig-warmes Lager mit koniferigen Anklängen leiten.

Ein Holzduft mit Feuer – für beiderlei Geschlecht.

Comme des Garçons
Es sind oft die unkonventionellen Lebensläufe, welche die Richtung für wahre Innovation weisen. Dies gilt insbesondere für die japanische Designerin Rei Kawakubo – la femme hinter Commes des Garçons. Nach einem Studium der Philosophie, Kunst und Literatur im heimischen Tokyo arbeitete sie zuerst als Werberin für einen Chemiekonzern. Später machte sie sich als freie Stylistin selbstständig, womit sie im traditionellen Japan der 1970er Jahre einen Tabubruch – und damit nicht ihren letzten – beging. 1973 gründete sie schließlich ihr heute legendäres Modelabel Commes des Garçons.

1981 schockierte Rei Kawakubo die Pariser Modewelt mit einer Frauenkollektion. „Postatomarer Fetzen-Look“, „Hiroshima-Chic“ und „Quasimodo-Style“ waren die drastischen Urteile der Kritiker über eine „Ästhetik der Armut“, die mit ihren dunklen Farben, Löchern, unförmigen Schnitten gegen jedes gängige Schönheitsideal aufbegehrte – und genau das sollte sie ja auch.

Die Idee des Flagship-Stores, der durch seine architektonische Konzeption zum Design der Mode beiträgt, diese nicht nur präsentiert, sondern auch ergänzt und unterstreicht, geht ebenso auf Kawakubo zurück wie die der Guerilla-Stores. Auch mit diesen erregte sie großes Aufsehen: Die Läden öffnen nur für ein Jahr und werden, ganz gleich wie sie laufen, danach wieder geschlossen. „Zuschlagen und verschwinden“ ist dabei die Idee hinter den minimalistisch eingerichteten Geschäften. Trotz aller Rebellion gegen Konventionen kooperierte sie aber auch z. B. mit H&M, Lacoste und Levi's und entwarf für Louis Vuitton eine Taschenkollektion.

1994 erschien ihr erstes Parfum mit dem schlichten Titel „Commes des Garçons“, dem eine ganze Reihe anderer Düfte folgten: Zumeist in Serien gegliedert widmen diese sich meist einer speziellen Thematik und sind somit oft als Konzeptdüfte, als duftende Kunst zu begreifen. Dafür arbeitet Kawakubo seit jeher mit den besten Nasen der Branche zusammen wie zum Beispiel mit Mark Buxton und Bertrand Duchaufour.
© Aus Liebe zum Duft (hb)

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