Comme des Garçons - Series 2: Red - Sequoia

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Comme des Garçons - Series 2: Red - Sequoia

Ein wahrer Riese stand diesem Duft-Kunstwerk von Bertrand Duchaufour Pate: der Mammutbaum oder Sequoia, der mit einer Höhe von bis zu 110 m und einem Stammdurchmesser von über 7 m zu den höchsten lebenden Bäumen der Welt gehört. Ursprünglich im US-amerikanischen Westen beheimatet, findet sich der Mammutbaum, vornehmlich als Parkbaum kultiviert, zwischenzeitlich auch in Südeuropa, auf den britischen Inseln und in Ozeanien. Mildes Klima vorausgesetzt, denn der Mammut unter den Bäumen mag es nicht gerne frostig, gedeihen die Nadelbäume auch außerhalb des amerikanischen Kontinents recht gut, werden aber nicht ganz so groß und wuchtig wie in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet.

Herrn Duchaufours Ode an den Mammutbaum lässt vom Anfang bis zum Ende Holznoten en masse erwarten, doch erwärmt sich Sequoia zu Beginn mit einem Schlückchen Hochprozentigem: deutliche Rumnoten vereinen sich mit dem betörenden, an würzig-holzigen Jasmin erinnernden Duft der afrikanischen Blüte Karo Karounde. Die floralen Rumfassnoten gleiten hinüber in das Herz des Duftes, welches sich voll und ganz dem Mammutbaum widmet: intensive Holznoten, die an frisch gehacktes Holz erinnern. Unterschwellige Harznoten, dem Opoponax geschuldet, verstärken die Assoziation des frisch geschnittenen, harzblutenden Baumes und verleihen dem Duft im Ausklang eine sanfte Wärme.
 
Ein Duft, der seinem Namen wahrlich alle Ehre macht. Für Holzfans ein absolutes Muss, für alle anderen auf jeden Fall einen Versuch wert.

Comme des Garçons
Es sind oft die unkonventionellen Lebensläufe, welche die Richtung für wahre Innovation weisen. Dies gilt insbesondere für die japanische Designerin Rei Kawakubo – la femme hinter Commes des Garçons. Nach einem Studium der Philosophie, Kunst und Literatur im heimischen Tokyo arbeitete sie zuerst als Werberin für einen Chemiekonzern. Später machte sie sich als freie Stylistin selbstständig, womit sie im traditionellen Japan der 1970er Jahre einen Tabubruch – und damit nicht ihren letzten – beging. 1973 gründete sie schließlich ihr heute legendäres Modelabel Commes des Garçons.

1981 schockierte Rei Kawakubo die Pariser Modewelt mit einer Frauenkollektion. „Postatomarer Fetzen-Look“, „Hiroshima-Chic“ und „Quasimodo-Style“ waren die drastischen Urteile der Kritiker über eine „Ästhetik der Armut“, die mit ihren dunklen Farben, Löchern, unförmigen Schnitten gegen jedes gängige Schönheitsideal aufbegehrte – und genau das sollte sie ja auch.

Die Idee des Flagship-Stores, der durch seine architektonische Konzeption zum Design der Mode beiträgt, diese nicht nur präsentiert, sondern auch ergänzt und unterstreicht, geht ebenso auf Kawakubo zurück wie die der Guerilla-Stores. Auch mit diesen erregte sie großes Aufsehen: Die Läden öffnen nur für ein Jahr und werden, ganz gleich wie sie laufen, danach wieder geschlossen. „Zuschlagen und verschwinden“ ist dabei die Idee hinter den minimalistisch eingerichteten Geschäften. Trotz aller Rebellion gegen Konventionen kooperierte sie aber auch z. B. mit H&M, Lacoste und Levi's und entwarf für Louis Vuitton eine Taschenkollektion.

1994 erschien ihr erstes Parfum mit dem schlichten Titel „Commes des Garçons“, dem eine ganze Reihe anderer Düfte folgten: Zumeist in Serien gegliedert widmen diese sich meist einer speziellen Thematik und sind somit oft als Konzeptdüfte, als duftende Kunst zu begreifen. Dafür arbeitet Kawakubo seit jeher mit den besten Nasen der Branche zusammen wie zum Beispiel mit Mark Buxton und Bertrand Duchaufour.
© Aus Liebe zum Duft (hb)

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