Comme des Garçons - Series 3: Incense - Avignon

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Comme des Garçons - Series 3: Incense - Avignon

Für den Weihrauchduft „Avignon“ ließ sich Bertrand Duchaufour im Auftrag von Frau Kawakubo von der gleichnamigen südfranzösischen Stadt inspirieren, deren Brücke Pont St. Bénézet Protagonist eines bekannten französischen Volkslieds ist.

Darüber hinaus besitzt Avignon eine sehenswerte historische Altstadt, eine mittelalterliche Stadtmauer mit diversen Türmen und Stadttoren sowie den berühmten Papstpalast, der von Beginn des 14. Jahrhunderts bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts insgesamt sieben Päpsten und fünf Gegenpäpsten als Residenz diente und zusammen mit der Kathedrale von Avignon und bereits genannter Pont St. Bénézet zum Unesco-Weltkulturerbe gehört. Durch die Jahrhunderte lange starke katholische Präsenz ist die Zahl der Sakralbauten in Avignon enorm, wenig verwunderlich also, dass Herr Duchaufour diese Stadt zur inspirativen Quelle des Weihrauchdufts Avignon wählte.

Im Auftakt sorgt Römische Kamille für frische Süße und ein kräuterartiges Aroma, das sich alsbald mit warm-würzigem Labdanum verbinden, dessen holzig-balsamische Noten hervorragend mit dem ebenso gearteten Weihrauchduft korrespondieren, dem das Herz voll und ganz gewidmet ist. Hinzu kommen harzige Untertöne, denen ein dezenter Zitruscharakter innewohnt. In der Basis vereinen sich die balsamisch-weichen und holzig-sinnlichen Noten von Palisander, Vanille und Patchouli, wobei letzterer dem Duft zusätzlich eine gewisse Erdigkeit schenkt.

Ein sehr gelassener, meditativer Weihrauchduft mit lang anhaltendem Duftverlauf, der deutlich kirchliche Anklänge in sich trägt und so der altehrwürdigen Papststadt Avignon Hochachtung zollt.

Comme des Garçons
Es sind oft die unkonventionellen Lebensläufe, welche die Richtung für wahre Innovation weisen. Dies gilt insbesondere für die japanische Designerin Rei Kawakubo – la femme hinter Commes des Garçons. Nach einem Studium der Philosophie, Kunst und Literatur im heimischen Tokyo arbeitete sie zuerst als Werberin für einen Chemiekonzern. Später machte sie sich als freie Stylistin selbstständig, womit sie im traditionellen Japan der 1970er Jahre einen Tabubruch – und damit nicht ihren letzten – beging. 1973 gründete sie schließlich ihr heute legendäres Modelabel Commes des Garçons.

1981 schockierte Rei Kawakubo die Pariser Modewelt mit einer Frauenkollektion. „Postatomarer Fetzen-Look“, „Hiroshima-Chic“ und „Quasimodo-Style“ waren die drastischen Urteile der Kritiker über eine „Ästhetik der Armut“, die mit ihren dunklen Farben, Löchern, unförmigen Schnitten gegen jedes gängige Schönheitsideal aufbegehrte – und genau das sollte sie ja auch.

Die Idee des Flagship-Stores, der durch seine architektonische Konzeption zum Design der Mode beiträgt, diese nicht nur präsentiert, sondern auch ergänzt und unterstreicht, geht ebenso auf Kawakubo zurück wie die der Guerilla-Stores. Auch mit diesen erregte sie großes Aufsehen: Die Läden öffnen nur für ein Jahr und werden, ganz gleich wie sie laufen, danach wieder geschlossen. „Zuschlagen und verschwinden“ ist dabei die Idee hinter den minimalistisch eingerichteten Geschäften. Trotz aller Rebellion gegen Konventionen kooperierte sie aber auch z. B. mit H&M, Lacoste und Levi's und entwarf für Louis Vuitton eine Taschenkollektion.

1994 erschien ihr erstes Parfum mit dem schlichten Titel „Commes des Garçons“, dem eine ganze Reihe anderer Düfte folgten: Zumeist in Serien gegliedert widmen diese sich meist einer speziellen Thematik und sind somit oft als Konzeptdüfte, als duftende Kunst zu begreifen. Dafür arbeitet Kawakubo seit jeher mit den besten Nasen der Branche zusammen wie zum Beispiel mit Mark Buxton und Bertrand Duchaufour.
© Aus Liebe zum Duft (hb)

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