Comme des Garçons - Series 3: Incense - Zagorsk

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Comme des Garçons - Series 3: Incense - Zagorsk

Für ihren Weihrauchduft Zagorsk ließ sich Evelyne Boulanger von der russischen Großstadt Sergijew Possad inspirieren, die zu Zeiten der UdSSR den Namen Sagorsk trug. Sergijew Possad beherbergt eines der wichtigsten Zentren der russisch-orthodoxen Kirche: das im 14. Jahrhundert von Mönchen gegründete Dreifaltigkeitskloster, welches zum Unesco-Weltkulturerbe zählt. Die imposante Klosteranlage mit festungsähnlichem Charakter ist weithin sichtbar und bildet die Haupttouristenattraktion der sonst eher industriell geprägten Großstadt im Dunstkreis Moskaus.
 
Klösterliche Anklänge findet man im Duft der Parfumeurin Evelyne Boulanger zur Genüge: Intensive stark-rauchige Weihrauchnoten erinnern an dunkle Klostergewölbe. Koniferennoten und würziger Pfeffer unterstreichen die kühle Trockenheit. Im weiteren Verlauf entwickelt Zagorsk eine cremig-weiche Irisnote, deren zarte Süße mit pfeffrigen Rauchnoten akzentuiert ist.
 
Ein sehr komplexer und engmaschiger Weihrauch-Koniferenduft, der durch kontemplative Ruhe und meditative Beschaulichkeit besticht und die besinnliche Stimmung eines Klosters sehr authentisch vermittelt.

Comme des Garçons
Es sind oft die unkonventionellen Lebensläufe, welche die Richtung für wahre Innovation weisen. Dies gilt insbesondere für die japanische Designerin Rei Kawakubo – la femme hinter Commes des Garçons. Nach einem Studium der Philosophie, Kunst und Literatur im heimischen Tokyo arbeitete sie zuerst als Werberin für einen Chemiekonzern. Später machte sie sich als freie Stylistin selbstständig, womit sie im traditionellen Japan der 1970er Jahre einen Tabubruch – und damit nicht ihren letzten – beging. 1973 gründete sie schließlich ihr heute legendäres Modelabel Commes des Garçons.

1981 schockierte Rei Kawakubo die Pariser Modewelt mit einer Frauenkollektion. „Postatomarer Fetzen-Look“, „Hiroshima-Chic“ und „Quasimodo-Style“ waren die drastischen Urteile der Kritiker über eine „Ästhetik der Armut“, die mit ihren dunklen Farben, Löchern, unförmigen Schnitten gegen jedes gängige Schönheitsideal aufbegehrte – und genau das sollte sie ja auch.

Die Idee des Flagship-Stores, der durch seine architektonische Konzeption zum Design der Mode beiträgt, diese nicht nur präsentiert, sondern auch ergänzt und unterstreicht, geht ebenso auf Kawakubo zurück wie die der Guerilla-Stores. Auch mit diesen erregte sie großes Aufsehen: Die Läden öffnen nur für ein Jahr und werden, ganz gleich wie sie laufen, danach wieder geschlossen. „Zuschlagen und verschwinden“ ist dabei die Idee hinter den minimalistisch eingerichteten Geschäften. Trotz aller Rebellion gegen Konventionen kooperierte sie aber auch z. B. mit H&M, Lacoste und Levi's und entwarf für Louis Vuitton eine Taschenkollektion.

1994 erschien ihr erstes Parfum mit dem schlichten Titel „Commes des Garçons“, dem eine ganze Reihe anderer Düfte folgten: Zumeist in Serien gegliedert widmen diese sich meist einer speziellen Thematik und sind somit oft als Konzeptdüfte, als duftende Kunst zu begreifen. Dafür arbeitet Kawakubo seit jeher mit den besten Nasen der Branche zusammen wie zum Beispiel mit Mark Buxton und Bertrand Duchaufour.
© Aus Liebe zum Duft (hb)

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