État Libre d'Orange - Rien

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Lie, Antoine

État Libre d'Orange - Rien

Nichts? Nichts ist alles. Glauben Sie nicht an das, was Sie als erstes sehen, riechen … hinter dem zurückhaltenden Namen verbirgt sich das würzige Aroma der Schwarzen Johannisbeere und die moschusähnlichen Duftnoten eines weichen, hellen Velourleders.

Der Duft „Rien“ ist wie eine zweite Haut, ein Parfüm, das sich an den Körper seines Trägers schmiegt und dennoch seinen eigenen Geist bewahrt. Er ist wie eine verzeihliche Sünde, die im Begriff ist sterblich zu werden. Unwiderstehlich und überall präsent. So leicht wie ein Hauch von Mohair und so kostbar wie feinstes Cashmere umhüllt „Rien“ die Haut mit einer pudrigen Zärtlichkeit.

„Rien“ besitzt eine ängstliche Eleganz und zugleich eine hypnotische Schärfe. Es ist wie ein zweiter Dorian Gray in seiner androgynen Art.

„Rien“ ist ein verzaubernder Duft, der einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Äußerst charmant und durch und durch charismatisch. Der Duftakkord des Herzens aus Vanille und Opium bekräftigt die Abhängigkeit, die Sucht, das Habenmüssen.

„Rien“ ist das Wesentliche, die Beichte eines Meisterparfumeurs.
© Aus Liebe zum Duft (hb)

État Libre d'Orange – Das Parfum ist tot, es lebe das Parfum
Wer sich beim Wahlspruch dieses Parfumhauses an die bekannte Heroldsformel der französischen Erbmonarchie erinnert fühlt: „Le roi est mort, vive le roi“ - zu Deutsch: „Der König ist tot, es lebe der König“ und nun ein altes Traditionshaus erwartet, ist leider auf dem Holzweg. Wir haben es hier viel mehr mit Aufständischen zu tun, die die Parfumkunst noch einmal im Jahr Null radikal beginnen wollen, Tabula Rasa, und dazu einen neuen Staat ausgerufen haben: L'État Libre d'Orange – Der Freie Staat von Orange. Doch wer sind die Drahtzieher hinter der Revolution?

Staatsgründer ist der gebürtige Südafrikaner Etienne de Swardt, den es erst in den südlichen Pazifik nach Neukaledonien verschlug, ehe er in Paris landete. Dort arbeitete er für Givenchy und kreierte unter anderem die Hundeparfumlinie „Oh my Dog“; aber dies sollte noch lange nicht eigenwillig und kompromisslos genug sein.

Heute entwickelt Etienne de Swardt jeden seiner Düfte zusammen mit befreundeten Verbündeten. Bei den Kollaborateuren handelt es sich um Antoine Lie, Antoine Maisondieu und Nathalie Feisthauer, welche man als Schöpferin von „L'Eau des Merveilles“ von Hermès und „Must pour Homme“ von Cartier kennt.

Das Manifest der Duftkünstler liest sich wie ein Befreiungsschlag gegen die Zwänge der Konventionen und des Marktes. In ihrer Freiheitserklärung sagen sie sich einerseits los von allen Tabus, andererseits werden Rebellion und olfaktorische Erotik zum Programm erhoben und das – so führen sie weiter aus – in einer Welt, in der selbst die talentiertesten Parfumeure sich dem Wunsch von Marken und der Diktatur der Mehrheit beugen müssen.

Dies ist kein Lippenbekenntnis geblieben. Die Düfte von État Libre d'Orange sind provokativ und rebellisch, anzüglich und erotisch und gleichzeitig schauderhaft neuartig. Wer sonst könnte einen Duft herausbringen wie „Sécrétions Magnifiques“, ein Duft alleinig den Körperflüssigkeiten gewidmet oder „Fat Electrician“, der allein durch seinen frechen Namen das Bild eines dicken gebückten Elektrikers beschwört, der mit prächtigem Maurerdekolleté über den Boden rutscht?

Aber Hunde, die bellen, beißen nicht oder in diesem Fall nur ein wenig. Den Parfums liegen perfekt durchdachte Konzepte zu Grunde, handwerklich sind sie meisterhaft umgesetzt und deswegen genau das Richtige für diejenigen, die abseits der Duftkonventionen nach neuen Impulsen und Ideen suchen.
© Aus Liebe zum Duft (hb)

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