Lubin - Black Jade

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Lubin

Lubin - Black Jade

Ein Flakon aus schwarzer Jade barg den letzten sanften Hauch eines lange gehüteten Geheimnisses. Das vom Lehrling Pierre François Lubin im Geheimen abgeschriebene Rezept von Hoflieferanten des Herzogs von Angoulême, Jean Louis Fargeon, wurde wieder aufgefunden.

Marie-Antoinette bestellte den Duft während der Schaffung ihrer Trianongärten von Versailles, weitab vom prunkvollen Leben des Hofes und vor dem Hereinbrechen der Wirren der Geschichte.

Das einer adeligen Dame und treuen Freundin anvertraute Rezept überdauerte die Jahrhunderte. Das heute wieder zum Leben erweckte Parfüm wurde bei Lubin bis in die 1930er Jahre als „Jardin Secret“ bezeichnet.

Die Noten von Galbanum, Bergamotte und Kardamom kündigen mit viel Frische eine mit Weihrauch und Zimt sanft hinterlegte Herznote aus Jasmin und Rose an. Die Basisnote aus Ambra und exotischen Hölzern wie indischem Sandelholz und Patchouli wird durch den Duft von Vanille und Tonkabohnen bereichert.

Lubin – Duftende Perle und ein wichtiges Stück französische Kulturgeschichte
Das Haus Lubin wurde 1798 kurz vor Ende der französischen Revolution von Pierre François Lubin gegründet. In der Pariser Rue Sainte Anne angesiedelt, verkauft Lubin den Reichen und Schönen der Stadt zuerst die für damalige Zeiten üblichen Ballmasken, Reispuder und parfümierte Bänder, erweitert sein Repertoire aber bald um seine erste Eigenkreation, das Eau Vivifante, welches später den Namen Eau de Lubin erhält.

Mittels dieses Duftes gewinnt er die Herzen der höheren Gesellschaft und öffnet sich damit die Türen zum kaiserlichen Hofe Frankreichs: Kaiserin Joséphine, Gemahlin Napoléons I., ebenso wie Pauline Bonaparte, Prinzessin Borghese, die Lieblingsschwester Napoleons, sind begeisterte Kunden. Nach dem Sturz Napoleons 1815 widmet Lubin der neuen bourbonischen Königin, Marie-Amélie, seine neuesten Kreationen und es dauert nicht lange, bis er mit seinen Düften auch andere europäische Königshäuser erreicht: Sein Renommée ist enorm und sein Name gewinnt immer mehr an Bekanntheit, insofern zählen alsbald sämtliche europäische Königshäuser zu seinen Kunden: Das russische Zarenhaus genauso wie das englische Königshaus, 1830 liefert Lubin sogar als erster französischer Parfumeur in die neue Welt, nach Amerika.

Lubins Düfte greifen den Zeitgeist auf: In einem vom Kolonialismus geprägten Europa, das sich kulturellen und gesellschaftlichen Veränderungen ausgesetzt sieht, verkörpern die Düfte den Geruch der weiten Welt, der Fremde, des Unbekannten und des Abenteuers, der Sehnsucht nach neuen Ufern. Inspiration sind die Helden der Zeit, Entdecker, Seefahrer, Archäologen, Abenteurer und Edelleute vom Charakter her, getrieben von Wissbegierde und Entdeckerdrang – sie sind Vorbild und Zielgruppe der Düfte Lubins.

Das Haus Lubin blickt ergo auf eine bemerkenswerte Geschichte und Tradition zurück: Es gilt als eine der ältesten Parfummanufakturen Frankreichs. Im Laufe der Zeit allerdings drohte der Stern unterzugehen. Lubin lanciert annähernd zweihundert Jahre lang Düfte bis in die siebziger Jahre, wird dann aber 1984 an das Haus Mülhens, ein ebenfalls altes Traditionsunternehmen, verkauft, das wiederum bald an die Wella-Gruppe übergeht. Im Hause Wella ist man 1999 geneigt, Lubin zu schließen respektive kein Geld mehr in Lubin zu investieren – das wäre das Ende gewesen. Wäre.

Wäre nicht jemand davon überzeugt gewesen, dass ein so altes, ehrwürdiges Haus nicht untergehen darf. Hätte nicht jemand die Vision gehabt, Lubin wieder zum Stern am hiesigen Parfumhimmel zu machen. Die Rede ist von Gilles Thévenin. Thévenin, ehemaliger Guerlain-Manager und damaliger Rochas-Marketingleiter, erfährt von den Plänen, da Rochas ebenfalls der Wella-Gruppe zugehörig ist. Seine Reaktion: Er steigt aus und setzt alles auf eine Karte. Mittels seines annähernd kompletten privaten Vermögens kauft er Lubin auf, den ehrgeizigen Plan verfolgend, das geschichtsträchtige Unternehmen am Leben zu erhalten und ihm neuen Lebensatem einzuhauchen.

Das Glück kommt Thévenin zu Hilfe oder besser: die ebenfalls langjährige Tradition von Mülhens. Ein alterwürdiges Haus wie Lubin, hatte Mülhens einen Großteil des Archivs Lubins bewahrt – so konnte Thévenin diverse Dokumente und Rezepte mit übernehmen. Dieser Tatsache ist es zu verdanken, dass einige alte Lubin-Klassiker erneut aufgelegt werden konnten und in Zukunft noch aufgelegt werden können. Die Renaissance des Hauses Lubin leitete allerdings „Idole“ ein – als nunmehr 466. Duft des Hauses und erster Duft des neuen Jahrtausends (2005) ist er nicht der letzte geblieben … wir hoffen, es folgen noch viele weitere.
© Aus Liebe zum Duft (uk)

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Lubin - Black Jade

Pierre François Lubin wird im Jahr 1784 im Alter von 10 Jahren Lehrling bei Tombarelli, der Meister Parfümeur aus Grasse. Einige Jahre später kommt er nach Paris, um seine Lehrzeit im renommierten Unternehmen des Hofparfümeurs Fargeon abzuschließen. Sein Ziel ist es, sich der im 15. Jahrhundert gegründeten Parfümeursgilde anzuschließen.

Diese erfreute sich damals eines wachsenden Prestiges, denn seit der Regierungszeit Königs Louis XIV erzielte die Hygiene in Versailles große Fortschritte. So wurden hinter den Mauern des Schlosses allmählich immer mehr Seifen, Parfüms und Kosmetikprodukte verwendet. Fargeon, der Parfümeur der Königin, geht deshalb häufig im Schloss von Versailles ein und aus, um Königin Marie Antoinette seine Zubereitungen zu bringen.

Das 18. Jahrhundert war in ganz Europa von einem erwachenden Bewusstsein für Philosophie und Politik gekennzeichnet, dass diese Epoche ihre Bezeichnung als «Zeitalter der Aufklärung» verdankt. Die Monarchie und der Absolutismus wurden immer mehr in Frage gestellt. Ab 1789 werden diese neuen Ideen im Volk verbreitet und die königliche Gewalt muss sich den Volksaufständen beugen und weicht einer vom Volk gewählten Nationalversammlung, in der im Laufe der Zeit die radikalsten Vertreter alle Macht an sich reißen. Die immer stärker kontroversierte königliche Familie ist im Inneren dieser neuen politischen Ordnung im Pariser Chateau des Tuileries gefangen, während an den Grenzen Krieg droht.

In diesem vom Geist der Revolution geprägten Paris bleibt Hofparfümeur Fargeon trotz allem Königin Marie-Antoinette treu und liefert ihr weiterhin seine Zubereitungen. Darunter sein berühmtes «Eau de Toilette», eine alkoholhaltige Zubereitung, die bei der morgendlichen Toilette auf die Haut aufgetragen wird und der Königin den ganzen Tag hindurch zu dem am Hof vielseits beneideten frischen Teint verhilft.

Der junge Lehrling Lubin kopiert sorgfältig die Rezepturen seines Lehrmeisters: und er wird sich an diese Kosmetikessig-Rezeptur erinnern, als er sich etwas später, im Jahr 1798, in der Rue Saint Anne niederlässt und dort sein Eau de Toilette herausbringt, dem er seine Berühmtheit verdanken soll. Die Tochter von Königin Marie-Antoinette, Maria Theresia von Frankreich, wird es nach ihrer Rückkehr aus dem Exil im Jahr 1815 als Herzogin von Angoulême rasch auf ihrem Hof einführen und ernennt Lubin zum Hoflieferanten des Herzogs von Angoulême.

Doch der junge Lubin interessiert sich auch für ein geheimnisvolles Parfüm, das die Königin bei Jean Louis Fargeon bei der Schaffung ihrer privaten Trianon-Gärten bestellt hatte. Die in seiner Rezeptur enthaltenen Rosen in Verbindung mit Jasmin aus Grasse erinnern selbstverständlich an diesen blumigen Garten, doch der Zusatz von Gewürzen und Edelhölzern aus fernen Ländern, von denen die Wanddekorationen von Versailles erzählen, bereichern den Duft um einige exotische Noten. Patchouli- und Sandelholz, Vanille und Zimt, Koriander und Kardamom, Weihrauch und Galbanharz werden aus Indien und den Übersee-Inseln Frankreichs herbeigeschafft. Dank dieser Essenzen wird der zunächst frische und blumige Duft weicher und wärmt die Haut der Königin. Er hinterlässt einen diskreten, eleganten und sinnlichen Hauch mit zarten Ambranoten.

Dieses Parfüm begleitet die Königin in seinem kleinen schwarzen Jadeflakon vor Licht geschützt überall hin. Das lange Zeit verschwundene und heute wieder zum Leben erweckte Parfüm wurde bei Lubin bis in die 1930er Jahre als «Jardin Secret» bezeichnet, ohne dass ausdrücklich auf seinen Ursprung angespielt wurde. Wir haben ihm heute seinen Kurznamen aus vergangener Zeit, nämlich Black Jade», wiedergegeben. Diesen Namen kennen wir von einer engen Freundin der Königin, der letztere den schwarzen Flakon mit seinen altmodischen Duftnoten schenkte, als sie sich das letzte Mal sahen. Er beinhaltete den geheimen Garten einer Königin, die Erinnerung an glückliche Tage, an Frühlingsabende im intimen Kleinen Trianon von Versailles, weitab vom Prunk des Hofes.

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