Penhaligon's - Monsieur Beauregard

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Penhaligon's - Monsieur Beauregard

Mit „unser französischer Freund“ wird dieser unbekannte und doch durchaus vertraute Hausgast in der Regel vorgestellt. Sein verweilender Blick wirkt bestimmt und selbstbewusst. Er wird absichtlich von den meisten weiblichen Familienmitgliedern gemieden. Von Lady Dorothea allerdings erhält er immerfort Geschenke, die etwas de trop sind … Er ist immer dort, wo man ihn am wenigsten erwartet, insbesondere ganz früh am Morgen und spät in der Nacht. Zum Glück verraten ihn seine erregende Schönheit und sein Sex-Appeal schon lange, bevor er um die Ecke biegt. Und dann noch diese wunderschönen Arme …

Niemand weiß so richtig, wie sich die beiden eigentlich kennengelernt haben. Obwohl es da Gerüchte von Soirées an der Côte d’Azur und diesen regelmäßigen Afternoon Teas gibt. Quel Scandale!

Sein Duft
Wenn ein Mann himmlisch duftet, ist das Paradies nicht weit entfernt. Oh lala. So sanft. So sophisticated. So perfekt. Und auch so fremd.

Nichts sagen kann manchmal so unglaublich verführerisch sein. So kraftvoll. Vertrauensvoll leise durch Iris und Bezoin. Geheimnisvoll sexy dank Tonkabohne und Patschuli. Ein diskretes Lächeln erhellt den Raum mit rosa Pfeffer und Zitrone. Für die Connaisseurs des Lebens, die lange aufbleiben, die die Gesellschaft genießen und sich um den morgigen Tag Sorgen machen … obwohl, das trifft eigentlich nie zu.

Mit einer elegant gebildeten, aber nicht aufgesetzten Art und ganz nonchalant ist dieser Duft das Feinste überhaupt und weiß ganz genau, was er zu tun hat.

Portraits - Chapter Three
Dies ist die Geschichte eines Barbiers aus Cornwall, der nach London reiste und in der Straße mit den schönsten Ateliers der Stadt ein Geschäft eröffnete. Die Rede ist von William Penhaligon. Die Rede ist von dem Mann, dem der Royal Warrant verliehen wurde und der schon dem Schah von Persien den Bart stutzte.

Zu jener Zeit regierte Queen Victoria, kamen Desinfektionsmittel zum ersten Mal zum Einsatz – und Knöchel hatten noch etwas Aufreizendes. Diese Geschichte spielt in dem Jahrzehnt nach dem Attentat auf Abraham Lincoln, der Eröffnung des Sueskanals und der Gründung der Londoner Feuerwehr. Zur gleichen Zeit etwa wurden Charles Dickens’ „Great Expectations“, „Alice im Wunderland“, „Krieg und Frieden“ und „Das Kapital“ geschrieben. Es ist 1870. Empire und Porträtmalerei sind an der Tagesordnung. (Jedenfalls die meiste Zeit.)

Das alles ist die Wahrheit.

Ungefähr zur gleichen Zeit, obwohl eigentlich keiner genau weiß wann; irgendwo in der englischen Countryside, umringt von majestätischen Eichen, geht die Sonne über einem herrschaftlichen Landsitz auf, der so alt ist wie das Land selbst. (Jedenfalls ungefähr.)

An diesem Morgen machen sich gerade drei Hausangestellte eifrig an ihre Arbeit. Sie öffnen die Vorhänge, lassen Bäder ein, schlagen Teppiche aus und heizen die Öfen an. Alles, um das morgendliche Zusammentreffen der Familie, der sie dienen, vorzubereiten. Die Vorbereitungen für das Frühstück sind nicht aufwendiger als für die der anderen Mahlzeiten des Tages. Doch die Zeit, die ab der Dämmerung für alle Arbeiten bleibt, ist einfach unzureichend. Die Anspannung ist enorm.

Lord George und seine Familie begrüßen sich herzlich und überschwänglich am Morgen. Große Freude beim ersten Zusammentreffen des Tages. Sind das gute Manieren oder steckt da mehr dahinter? Was verbirgt sich wirklich hinter dem vorzüglichen Benehmen der britischen Aristokraten? Vielleicht ist es an der Zeit, genau das herauszufinden.

Nicht alle der hier vorgestellten Charaktere sitzen übrigens pünktlich am Frühstückstisch. Manche von ihnen verspäten sich, weil die Affären der Nacht sie aufgehalten haben … andere sollten lieber gar nicht erst bei diesem formellen Frühstück erscheinen. Das wäre doch wirklich sehr unangemessen.

Übrigens: Nichts von dem ist wahr. Aber auch, wenn die Charaktere Fiktion sind, so ist ihre Relevanz nicht weit hergeholt. Und ihr Duft, das Parfum ihrer Charaktere erhellt die Räume.
© Aus Liebe zum Duft (hb)

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