Pierre Guillaume - Felanilla No.21

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Vanille, Safran, Iris
Banane, Heu
Ambra

Pierre Guillaume - Felanilla No.21

Felanilla, Guillaumes 21. Duft, ist ein wahres Meisterwerk. Die geneigte Nase erwartet hier eine Vanille, aber was für eine: Guillaume krempelt das Image herkömmlicher Vanilledüfte gehörig um, indem er zwei Begriffe zusammenwirft, die olfaktorisch äußerst selten zusammenfinden: Félin(e), katzenhaft, katzenartig und Vanille. Eine Vanille mit animalischen Einflüssen also, aber Felanilla ist noch viel mehr... oder spielt Guillaume etwa auf die Historie der Katze an, ihre mythologische Bedeutung als vielgestaltige Göttin?

Felanilla schickt bereits in den Kopfnoten seinen Trumpf ins Rennen, die Vanille, eine rauchig-dunkle Vertreterin, eingehüllt in samtige Iris und Safran, goldgelb anmutend. Ergänzt wird das Trio durch Ambra. Nicht irgendeine Ambra sondern feinste, trockene Ambra mit animalischen Anleihen. So fährt der Duft seine unwiderstehlichen Krallen bereits zu Anfang aus und wenn dies noch nicht überzeugt, so müßte eigentlich spätestens der Auftritt des Bananenholzes, einer stattlichen Kombination aus holzigen Nuancen und reif-süßer Banane, gepaart mit Aromen honiglich-trockenen Heus das Übrige tun.

Felanilla beherbergt in der Tat, um nochmals auf die Katzengottheiten zurückzukommen, einen göttlichen Funken, mindestens einen: Der Duft ist eine opulente Vollblutschönheit, ein betörender, kräftiger orientalischer Duftteppich, satt ambriert und trocken-fruchtig. Eine wahre Wonne für Freunde von Ambra-Düften sowie Orientalen und Fans der „etwas anderen” Gourmands – als solchen würden wir ihn nämlich ganz sicher bezeichnen wollen, wenn er auch eben ein dunkler Exot in dieser Riege ist. 

Pierre Guillaume Paris
Im Jahr 2002 im Alter von nur 25 schuf Pierre Guillaume seine erste Komposition mit dem Namen „Cozé“. Seine Kreationen wurden vom amerikanischen Parfumkritiker Chandler Burr (New York Times & GQ USA) als „die coolsten neuen europäischen Düfte eines jungen französischen Chemikers“ gelobt. Darüber hinaus gründete er sein eigenes Parfümhaus Parfumerie Générale. Immer mehr konzentrierte er sich auf das faszinierende Zusammenspiel von physikalischen Faktoren: Das Ergebnis war der Prozess der Photoaffinage oder Foto-Raffinierung, der Glättung von Geruchsspitzen durch UV-Strahlung. Seine Verwendung ungewöhnlicher Zutaten ist keineswegs Effekthascherei, sondern vielmehr Bereicherung der entstehenden Duftkonstruktion. Sein individueller und einzigartiger Kompositionsstil leitete seine Kreationen stets auf besondere Pfade:

„Ein Parfum für sich selbst zu tragen, ist nicht nur eine ichbezogene und bewegende Erfahrung, sondern auch für alle anderen, vor allem für die besonderen „Anderen“. Meine Parfums beruhen auf dem Kontakt mit der Haut, um sich auszudrücken. Ohne sie wären sie nichts.“
© Aus Liebe zum Duft (hb)

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