Piguet - Bandit

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Piguet - Bandit

Bandit – die Legende aus dem Hause Robert Piguet. Im Jahre 1944 sprengte Robert Piguet die gängigen Konventionen der Damenmode in der Haute Couture und schuf eine ganz besondere, für die damalige Zeit fast schon schockierende Kollektion: „Bad Boys“ und „Outlaws“ waren seine Inspiration – so ließ er seine Models den Laufsteg mit Revolverreplikaten und Messern bewaffnet betreten, die Gesichter von Masken bedeckt wie Schurken.

Bandit fängt den Geist dieser Avantgarde ein. Dafür verantwortlich zeichnete die berühmte Parfumeurin Germaine Cellier, die einen Duft erschuf, der mit seinen starken Charakter fasziniert und verführt – bis heute.

Als eines der Meisterwerke aus der Duftfamilie der Chypre-Düfte geltend, wartet Bandit in den Kopfnoten mit frischem Galbanumharz auf, das Erinnerungen an dichte Wälder voller majestätischer Bäume weckt. Zarte Ylang-Blüten, dicht in dunkelgrünem Tannichtkleid verborgen, stiften sachte Honigsternchen und ebnen den Weg in das brillante Herz. Dieses ist geprägt von jener Amour Fou, die Bandit so unvergesslich macht: Dunkles Glattleder, gravitätisch und bestimmt, und Jasmin, verführerischer, sinnlicher Jasmin, tanzend auf einem finsteren Grund von Patschuli, Eichenmoos und Vetiver, die in holzig-harzigen Rauch hüllen. Dramatisch und von ungezügelter Wildheit – Bandit ist und bleibt ein Provokateur, den man lieben oder hassen kann, in jedem Falle aber verehren muss.

Robert Piguet – Zwischen Banditen und Rosen
Der berühmte Modeschöpfer und Parfumeur Robert Piguet wurde 1898 im Schweizer Yverdon-les-Bains geboren. Schon mit 17 Jahren zog es ihn trotz des heftigen Widerstands seiner Familie nach Paris, wo sein erster Versuch, sich in der Modewelt einen Namen zu machen, mit der Eröffnung eines eigenen Geschäftes in der Avenue Montaigne scheiterte. Nichtsdestotrotz blieb er seinem Vorhaben treu und arbeitete zunächst für den Modeschöpfer Paul Poiret und das Modehaus Redfern. 1933 war der Zeitpunkt endlich gekommen, einen eigenen Salon in der Rue du Cirque zu eröffnen, welchen er später aufgrund des anhaltenden Erfolges an den Rond-Point des Champs-Elysées verlegte. In dieser Zeit seines großen Durchbruchs arbeiteten Christian Dior, Hubert de Givenchy und Pierre Balmain für ihn, welche alle später ihre eigenen, heute berühmten Häuser gründen sollten.

Piguet bewegte sich stets in Künstlerkreisen und so kam es, dass er zahlreiche Kostüme für Bühnenauftritte entwarf, beispielsweise für bekannte Namen wie Jean Cocteau, Colette, Sacha Guitry und Édith Piaf.

1944 schickte Robert Piguet sich an, auch den Parfummarkt mit Bravour zu erobern: Er veröffentlichte den inzwischen legendären ledrigen Chypre-Duft „Bandit“, welcher von der Ausnahmeparfumeurin Germaine Cellier kreiert worden war, der ersten prominenten Parfumeurin überhaupt. Und wie der Name schon verrät, verlieh dieser Duft dem Träger eine wilde und rebellische Aura, welcher sich unter anderem Marlene Dietrich bediente. Nicht weniger bekannt wurde „Fracas“, der ebenfalls von Cellier kreiert worden war und zu einem der Tuberosendüfte überhaupt wurde – Madonna soll wohl ein großer Fan desselben sein. Beide Düfte sind heute wahre Klassiker, die seit ihrer Wiedereinführung in den schnörkellosen, bauhausangelehnten Flakons ausgeliefert werden, welche ihren historischen und gleichermaßen modernen Charakter unterstreichen.

Robert Piguet fand keinen Nachfolger für sein Modehaus und so sollte es 1951, zwei Jahre vor seinem Tod, geschlossen werden.
© Aus Liebe zum Duft (hb)

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