Piguet - Cravache

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Piguet - Cravache

Der Duft Cravache stammt ursprünglich aus dem Jahr 1963 und gilt als erster Herrenduft des Hauses Robert Piguet. Sein Name, der auf Deutsch übersetzt „Reitgerte“ heißt, ist ein Bekenntnis zur Liebe, der Liebe zum Pferdesport und der Natur. Als Inspiration diente die Erinnerung an einen warmen Sommertag in Italien: Während eines Ausrittes die weite Landschaft genießen, die wärmenden Strahlen der Sonne auf der Haut spüren. Eine angenehm laue Brise kündet von blühenden Zitronenbäumen und getrockneten Gräsern sowie Lavendelfeldern in unmittelbarer Nähe, von einsamen Plätzen, die es noch zu entdecken gilt …

Herb-prickelnde Zitrone und saftige Mandarine von einer zurückhaltenden Süße eröffnen auf dynamische Art und Weise, alsbald flankiert von krautig-würzigem Lavendel, dessen Blüten in allerschönstem Dunkelviolett erstrahlen. Muskatnuss beschert intelligente Kontraste, dezente Pfeffrigkeit verströmend, während Salbei mit seinem aromatischen Kräuternaturell dunkelgrüne Akzente setzt. Erdiges Patschuli verleiht dem Duft Körper und Tiefe, seine Komplexität betonend. Seinen krönenden Abschluss findet Visa in der salzigen Rauchigkeit herrlichen Vetivergrases.

Als Hommage an die europäische Tradition des klassischen Colognes ist Cravache von einer zeitlosen Aktualität, die den Duft zu einem idealen und stilsicheren Begleiter für jede Gelegenheit macht.

Robert Piguet – Zwischen Banditen und Rosen
Der berühmte Modeschöpfer und Parfumeur Robert Piguet wurde 1898 im Schweizer Yverdon-les-Bains geboren. Schon mit 17 Jahren zog es ihn trotz des heftigen Widerstands seiner Familie nach Paris, wo sein erster Versuch, sich in der Modewelt einen Namen zu machen, mit der Eröffnung eines eigenen Geschäftes in der Avenue Montaigne scheiterte. Nichtsdestotrotz blieb er seinem Vorhaben treu und arbeitete zunächst für den Modeschöpfer Paul Poiret und das Modehaus Redfern. 1933 war der Zeitpunkt endlich gekommen, einen eigenen Salon in der Rue du Cirque zu eröffnen, welchen er später aufgrund des anhaltenden Erfolges an den Rond-Point des Champs-Elysées verlegte. In dieser Zeit seines großen Durchbruchs arbeiteten Christian Dior, Hubert de Givenchy und Pierre Balmain für ihn, welche alle später ihre eigenen, heute berühmten Häuser gründen sollten.

Piguet bewegte sich stets in Künstlerkreisen und so kam es, dass er zahlreiche Kostüme für Bühnenauftritte entwarf, beispielsweise für bekannte Namen wie Jean Cocteau, Colette, Sacha Guitry und Édith Piaf.

1944 schickte Robert Piguet sich an, auch den Parfummarkt mit Bravour zu erobern: Er veröffentlichte den inzwischen legendären ledrigen Chypre-Duft „Bandit“, welcher von der Ausnahmeparfumeurin Germaine Cellier kreiert worden war, der ersten prominenten Parfumeurin überhaupt. Und wie der Name schon verrät, verlieh dieser Duft dem Träger eine wilde und rebellische Aura, welcher sich unter anderem Marlene Dietrich bediente. Nicht weniger bekannt wurde „Fracas“, der ebenfalls von Cellier kreiert worden war und zu einem der Tuberosendüfte überhaupt wurde – Madonna soll wohl ein großer Fan desselben sein. Beide Düfte sind heute wahre Klassiker, die seit ihrer Wiedereinführung in den schnörkellosen, bauhausangelehnten Flakons ausgeliefert werden, welche ihren historischen und gleichermaßen modernen Charakter unterstreichen.

Robert Piguet fand keinen Nachfolger für sein Modehaus und so sollte es 1951, zwei Jahre vor seinem Tod, geschlossen werden.
© Aus Liebe zum Duft (hb)

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